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Erhöhter Homocysteinspiegel auch Risikofaktor für Altersdemenz

Zu viel Homocystein im Blut scheint nicht nur eine Gefahr für Herz und Kreislauf zu sein: Nach Daten aus der berühmten amerikanischen Framingham Studie handelt es sich dabei auch um einen unabhängigen Risikofaktor für die Altersdemenz. Zu den bekanntesten und wohl auch gefürchtetsten Demenz-zuständen zählt die Alzheimersche Krankheit. Gegenwärtig gibt es in Deutschland fast eine Million Demenzkranke – Tendenz steigend, denn unsere Gesellschaft wird immer älter. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass in Sachen Prävention Fortschritte gemacht werden. Die neuen Studienergebnisse lassen hier Hoffnung aufkommen.

Insgesamt wurden die Daten von 1092 Teilnehmern für die Auswertung herangezogen. Von diesen entwickelten 111 eine Demenz – es zeigte sich, dass ein hoher Homocysteinspiegel im Blutplasma (> 14 µmol/l) die Gefahr dafür fast verdoppelte. Schon eine Erhöhung der Homocysteinkonzentration um 5 µmol/l bedeutete eine Risikosteigerung für die Alzheimersche Krankheit um
40 Prozent - und das unbeeinflusst von Alter oder Geschlecht. Wie die schwefel-haltige Aminosäure die Leistung des Gehirns beeinträchtigt, wird unter Experten noch diskutiert. Möglich wären zum Beispiel vermehrter oxidativer Stress oder eine Schädigung von Neuronen. Gesichert ist auf jeden Fall, dass Folsäure den Homocysteinspiegel senken kann. Was jetzt gebraucht wird, sind weitere Untersuchungen zu diesem hochaktuellen Thema – denn noch ist es zu früh, um Demenz bzw. Alzheimer in den Kreis der Krankheiten aufzunehmen, vor denen Folsäure schützen kann.

Quelle: Seshadri S, Beiser A, Selhub J, Jacques PF, Rosenberg IH, D´Agostino RB, Wilson PWF, Wolf PA: Plasma homocysteine as a risk factor for dementia and Alzheimer´s disease. N Engl J Med 346, 476-483, 2002

November 2003

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