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Homocystein und Folsäuremangel im Fokus der Osteoporoseforschung

Die Aminosäure Homocystein könnte nicht nur eine kritische Rolle für Gefäße und Nervensystem spielen. Neue Forschungsergebnisse berichten von einem möglichen Zusammenhang zwischen erhöhten Homocysteinspiegeln und Osteoporose - einer Erkrankung des Skelettsystems, die zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche führt. Insbesondere in den Industrieländern hat sich die Osteoporose zu einer wahren Volkskrankheit entwickelt, von der allein in Deutschland 7 Millionen Menschen betroffen sind.

Schon länger ist bekannt, dass die seltene Erbkrankheit Homocysteinurie, bei der stark erhöhte Homocysteinkonzentrationen im Blut auftreten, mit früh beginnender Osteoporose einhergeht. Niederländische Forscher untersuchten daher die Rolle des Homocysteinspiegels für die Entwicklung osteoporotischer Knochenbrüche. Anhand der Daten von mehr als 2400 Teilnehmern, die über 55 Jahre alt waren, konnten sie zeigen, dass erhöhte Homocysteinspiegel einen starken unabhängigen Risikofaktor für solche Brüche darstellen.

Homocystein könnte für Störungen von Querverbindungen im Knochen, die für dessen Festigkeit wichtig sind, verantwortlich sein. Da sich erhöhte Blutkonzentrationen durch die Gabe von Folsäure in den Griff bekommen lassen, sollten weitere Entwicklungen bezüglich der Verbindung zwischen Homocystein und Osteoporose aufmerksam verfolgt werden.

Quelle: van Meurs JBJ, Dhonukshe-Rutten RAM, Plujim SMF, van der Klift M, de Jonge R, Lindemans J, de Groot LCPGM, Hofmann A, Witteman JCM, van Leeuwen JPTM, Breteler MMB, Lips P, Pols HAP, Uitterlinden AG.
Homocysteine levels and the risk of osteoporotic fracture.
New Engl J Med 350, 2033-2041, 2004

November 2004

 
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