Aktuelles
 

Bundesrat fordert Bundesregierung zur Verbesserung der Folsäureversorgung der Bevölkerung auf

Der Bundesrat hat am 15. Dezember 2006 in seiner 829. Sitzung beschlossen, die Bundesregierung um Folgendes zu bitten:

Die Bevölkerung soll durch eine gezielte Aufklärungs- und Informationskampagne ("Folsäurekampagne") der Bundesregierung über die Folgen einer zu geringen Folsäurezufuhr, insbesondere in der Frühschwangerschaft aufgeklärt werden. Dabei sollten auch die Prinzipien einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und einer vitaminschonenden Nahrungszubereitung vermittelt werden. Die Kampagne sollte alle Gesellschaftsschichten ansprechen und möglichst viele Multiplikatoren, wie beispielsweise Ärzte und ihre Fachverbände, Lehrer, Verbraucherzentralen, Krankenversicherungen und Selbsthilfegruppen einbeziehen. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung des Weiteren bei den Spitzenverbänden der Krankenkassen und beim Gemeinsamen Bundesausschuss darauf hinzuwirken, dass die Kostenübernahme für eine perikonzeptionelle (d.h. mindestens vier Wochen vor und bis zwölf Wochen nach der Empfängnis) Folsäureprophylaxe gesichert wird. Die Bundesregierung sollte weiterhin mit der pharmazeutischen Industrie verhandeln, dass in den Beipackzetteln von Empfängnisverhütungsmitteln der Hinweis aufgenommen wird, dass bei Absetzen des Empfängnisverhütungsmittels und Kinderwunsch auf eine ausreichende Folsäurezufuhr zu achten ist.

Der Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit unterstützt diese Bitte des Bundesrates, da Folat bzw. Folsäure ein lebenswichtiges B-Vitamin ist, das von grundlegender Bedeutung für Zellwachstum, Zellteilung und Zelldifferenzierung und somit für alle Wachstums- und Entwicklungsprozesse ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Aufnahme von 400 µg Nahrungsfolat. Doch im Durchschnitt werden nur 55 % dieser Empfehlung erreicht.

Für die gesunde Entwicklung eines Embryos hat die werdende Mutter noch einen weitaus größeren Folatbedarf. Ein großer Anteil der jährlich bei Embryos auftretenden Neuralrohrdefekte, eine der am häufigsten auftretenden Fehlbildungen bei Neugeborenen, könnte durch eine erhöhte Folsäurezufuhr vermieden werden. Mindestens vier Wochen vor bis zwölf Wochen nach der Empfängnis sollten Frauen 400 µg Folsäure zusätzlich, in Form von Tabletten, zusätzlich zur üblichen Nahrung zu sich nehmen. Doch zu diesem Zeitpunkt wissen die Frauen oft noch gar nichts von ihrer Schwangerschaft.

Aus diesen Gründen hat es sich der Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung über die gesundheitliche Bedeutung von Folat bzw. Folsäure zu informieren. Neben den Informationen auf der Homepage und einem persönlichen, interaktiven Folsäureberater bietet er eine Verbraucherbroschüre für die Bevölkerung sowie Fachbroschüren für Multiplikatoren an, die auf dieser Homepage heruntergeladen oder hier kostenlos angefordert werden können.

Acrobat ReaderQuelle: Beschluss des Bundesrates: Entschließung des Bundesrates zur Verbesserung der Folsäureversorgung der Bevölkerung. Drucksache 670/06 (Beschluss), 15.12.06

Dezember 2006