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Mit Folsäure gegen auffälliges Verhalten

Nehmen Frauen zu Beginn der Schwangerschaft ausreichend Folsäure zu sich, wirkt sich dies positiv auf das Verhalten des Nachwuchses aus. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt niederländische Forscher im Rahmen der Generation R Studie1. Für die Untersuchung werteten die Forscher Daten von 4214 Müttern und deren Kindern aus. Sie fanden heraus: Kinder von Frauen, die in der frühen Schwangerschaft Folsäure einnahmen, zeigen weniger Verhaltensauffälligkeiten im Vergleich zu Kindern, deren Mütter dieses nicht taten.

Ziel der aktuellen Studie war es, den Zusammenhang zwischen der Folatzufuhr der Mutter während der frühen Phase der Schwangerschaft und der Entwicklung des kindlichen Verhaltens zu prüfen.

Die Gesamtfolsäurezufuhr der Mütter wurde anhand eines Fragebogens erfasst, wobei die Aufnahme von Folsäuresupplementen vor oder während der ersten zehn Wochen der Schwangerschaft für die Untersuchung von Bedeutung war. Die Mütter, die nach der zehnten Schwangerschaftswoche mit der Einnahme von Folsäure begannen, wurden gemeinsam mit den Frauen zur Kontrollgruppe gezählt, die gar keine Folsäure eingenommen hatten. Das Verhalten der 18 Monate alten Kinder wurde mit der so genannten "child behavioural checklist" bewertet. Diese Checkliste umfasst ein Bewertungssystem, das Auskunft über die Verhaltensweisen von Kindern gibt. Unter anderem werden Aufmerksamkeitsprobleme, Angst, Aggressivität und körperliche Beschwerden beurteilt.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass eine unzureichende Folatzufuhr in den ersten Wochen einer Schwangerschaft mit emotionalen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten beim Kind zusammenhängt. Weitere Studien müssen diese Beziehung bestätigen.

Folatmangel in der Schwangerschaft ist ein bekannter Risikofaktor für Neuralrohrdefekte beim Fetus. Eine ausreichende Versorgung mit dem B-Vitamin ist außerdem wichtig für das normale Wachstum und die Gehirnentwicklung des Kindes. Experimentelle Studien zeigen, dass sich ein pränataler Folsäuremangel auf die Entwicklung des Nervensystems auswirkt, und dass fast alle angeborenen Störungen des Folatstoffwechsels mit Entwicklungsverzögerungen verbunden sind.

1Generation R Studie: Die Generation R Study ist eine Kohortenstudie, an der Kinder von der Geburt bis ins frühe Erwachsenenalter teilnehmen. Die Studie ist dafür ausgelegt, frühe umfeldbedingte und genetische Ursachen für normales und anormales Wachstum, Entwicklung und Gesundheit zu ermitteln.

Quelle:

Roza Sabine J et al. (2009): Maternal folic acid supplement use in early pregnancy and child behavioural problems: The Generation R Study. British J of Nutr, Sept 1-8.

Oktober 2009

 


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